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Wales

Ein magisches Fleckchen Erde zum Entdecken

Ich behaupte jetzt mal, dass Wales heute immer noch als Geheimtipp gilt. Meiner Meinung nach geht dieser Teil Grossbritanniens neben seinen berühmten «Brüdern» Schottland und England noch viel zu oft unter – und zwar zu Unrecht. Aber wahrscheinlich erhält genau dieses «Vergessen» den Zauber von Wales und macht eine Reise dorthin umso faszinierender.

Erfasst von Sandra Zimmermann, Product Managerin

Zugegeben, damals vor einigen Jahren, als ich zum ersten Mal auf einer Studienreise nach Wales reiste, wusste ich auch noch so fast wie gar nichts über «Cymru» - wie Wales in walisisch genannt wird – und hatte keine Vorstellung darüber, was mich dort erwarten würde. Aber dieses Land mit dem roten Drachen auf dem Wappen hat mich heimlich ganz schnell in seinen Bann gezogen.

Auf der Fahrt von Manchester nach Wales fielen mir kurz nach Chester beim Überfahren der Landesgrenze als erstes die eher aussergewöhnlichen walisischen Ortsnamen auf: Wyddgrug, Llandudno, Afonwen, Tremeirchion, Llannefydd… ich fühlte mich gleich in ein komplett anderes Land weit weg von England versetzt!

Walisisch (Kymrisch) gehört zur indogermanischen Sprachfamilie und zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen in Europa. Es ist ein Relikt der einst einflussreichen Kultur der Kelten in Mitteleuropa und so alt wie Griechisch und Sanskrit, somit viel älter als Englisch oder Deutsch. Ach ja und die Buchstaben K, Q, V, X und Z fehlen im Walisischen Alphabet.

Schnell bekam ich das Gefühl, dass in Wales die Zeit noch ein bisschen anders tickt – und zwar weniger hektisch als gewohnt. Wir waren oft auf kleinen, engen Landstrassen unterwegs, haben die weiten Felder mit den vielen Schäfchen links und rechts von uns bestaunt, kamen in Ortschaften, in denen es noch kein WLAN-Anschluss gab, entdeckten einsame Sandstrände und bestaunten so viele Burgen wie noch auf keiner meiner Reisen zuvor. Die Alltagshektik blieb wohl irgendwo auf der Strecke zwischen Rhydymwyn und Ysgeifiog liegen…

Stolz sind die Waliser auf ihre Geschichte und ihre unzähligen Burgen und Schlösser – mehr als 600 an der Zahl und so viele wie in keinem anderen Land mit dieser Fläche. Es gibt sie in allen Grössen und Formen: als furchteinflössende Ritterburg und als Ruine, als Märchenschloss, Residenz oder Herrenhaus.

Ich las einmal die Bezeichnung «Hohe Berge mit Füssen im Meer» - und nach meiner ersten Reise konnte ich dem voll und ganz zustimmen. Reizvolle Gegensätze bestimmen das Landschaftsbild in Wales: hohe Berge und tiefes Meer, sanft gerundete grüne Hügel und schroffe Gipfel, die fast 1000m über weissen Wellenkämmen aufragen, liebliche Sandstrände und raue Klippenszenerie. In Wales findet man Reste eines 3 Mrd. Jahre alten Urgesteinsmassivs – das älteste Gestein in Europa überhaupt. Dieses Gestein tritt nur vereinzelt und stark erodiert an die Oberfläche.

Diese abwechslungsreiche Landschaft macht das Wandern in Wales zu einem einzigartigen Erlebnis. Der spezielle Charme der Waliser, die vielen Mythen und Sagen im ganzen Land, die unzähligen kurvigen Strassen und das täglich mehrmals wechselnde Wetter tun ihr eigenes dazu, dass eine Reise nach Wales unvergleichlich und einmalig wird.

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