Roberta Weiss
Für IMBACH seit über 40 Jahren als Wanderreiseleiterin unterwegs.
Beide lieben das Wandern ebenso wie die urbane Kultur. Beide leben in Zürich und sind für IMBACH Reisen unterwegs. Véronique Platschka hat gerade ihre Premiere als Wanderleiterin hinter sich, während Roberta Weiss einen Erfahrungsrucksack von 40 Jahren mitbringt. Am Käferberg oberhalb der Stadt treffen sie sich zum feierabendlichen Wandergespräch.
Verfasst von Daniel Zinnenlauf von Panta Rhei PR.
16. September 2026
Der Einstieg (Bucheggplatz)
Roberta Weiss (RW): Véronique, wie fühlst du dich nach deiner ersten Reise als IMBACH-Wanderleiterin?
Véronique Platschka (VP): Ich bin vorgestern aus Irland zurückgekehrt und noch voller Eindrücke. Im Moment bin ich einfach happy, dass alles gut geklappt hat und ich viele positive Feedbacks bekommen habe. Es war mega cool.
RW: Wie hast du dich auf die Aufgabe vorbereitet?
VP: Ich habe für die irische Fremdenverkehrszentrale gearbeitet, kenne Irland sehr gut und habe die Insel schon vielen Reisegruppen nähergebracht. Zudem konnte ich mich an der Seite eines erfahrenen Wanderleiters im Wallis spezifisch auf einer IMBACH-Wanderreise vorbereiten. Als ich vor der Abreise allein am Flughafen stand und auf die Gäste wartete, klopfte mein Herz schon etwas. Die Nervosität verflog aber rasch, als es losging.
RW: Wie war es, mit einer Wandergruppe unterwegs zu sein?
VP: Es war sehr schön, durch die grüne Natur zu wandern. In manchen Momenten dachte ich: Eigentlich ist es dein Hobby, für das du nun bezahlt wirst. Gleichzeitig erfordert die Aufgabe natürlich eine hohe Präsenz. Aber ich freute mich jeden Morgen darauf, mit der Gruppe loszuziehen. – Welche Erinnerungen hast du an deinen Einstieg bei IMBACH?
RW: Vor rund 40 Jahren entdeckte ich an der Universität Zürich einen Aushang. Gesucht wurde eine Reiseleiterin für Sizilien. Als Italienerin und Studentin in Romanistik und Kunstgeschichte brachte ich die gesuchten Kenntnisse mit. Firmengründer Werner Imbach war im Vorfeld nur etwas besorgt, ob Sizilien mich als junge 22-Jährige vielleicht nicht überfordern würde. Die anderen IMBACH-Reiseleiterinnen und Reiseleiter waren gestandene Persönlichkeiten, darunter Künstler, Märchenerzähler und Weltenbummler. Ich merkte schnell, dass ich sie nicht kopieren kann, sondern meinen eigenen Stil finden muss. Dabei konnte ich mich auf meine didaktischen Erfahrungen stützen, und das Vermitteln liegt mir. Die Premiere klappte und ich wuchs rasch in die Rolle hinein.
Das Herzstück (Käferbergwald)
VP: Hat sich die Aufgabe über die Jahrzehnte verändert?
RW: Ja, vor allem durch die technische Entwicklung. Ohne Handy war man noch stärker auf sich gestellt. Da hast du dir nur im Notfall einen teuren Auslandanruf ins Büro in Luzern geleistet. Und GPS war noch ein Fremdwort. Wir hatten auf den Wanderrouten zur Orientierung in regelmässigen Abständen orange Punkte gesetzt. Ich war gelegentlich auch mit Pinsel und Farbkübel unterwegs. Wenn man die Punkte nicht fand, halfen Kompass und Karte sowie die schriftlichen Wegbeschreibungen von IMBACH weiter.
VP: Diese Wegbeschreibungen kennt IMBACH ja immer noch. Ich hatte diese in Irland ausgedruckt dabei, falls das Handy ausgestiegen wäre.
RW: Auch wenn das Smartphone vieles einfacher macht, sind wir Wanderleiterinnen und -leiter weiterhin sehr eigenverantwortlich unterwegs. IMBACH vertraut uns – und lässt in den Programmen bewusst Freiraum für Spontanes zu. Das schätze ich enorm.
VP: Ja, das kam auf meiner Reise auch gut an, als ich sagen konnte: «Oh ja, lasst uns doch noch in diese Destillerie gehen!», weil die Gruppe interessiert war. Ich fand es auch schön, mein persönliches Wissen über Irland zu teilen. Ganz allgemein war der Austausch inspirierend. Beim Wandern ergeben sich ungezwungene Gespräche.
RW: Ich wandere auch sehr gern in der Gruppe. Die Freude vervielfacht sich, wenn man sie teilen kann.
VP: Genau. Und man entdeckt Dinge, die einem allein verborgen geblieben wären. – Welche Destinationen kennst du besonders gut?
RW: Ich leite regelmässig Reisen nach Sardinien und Ligurien, auf die Kanalinseln oder Sri Lanka. Zu den Menschen, die man vor Ort immer wieder trifft, entsteht eine Verbundenheit. Es entwickeln sich sogar Freundschaften. Über die Jahre habe ich mir so ein vertieftes Wissen angeeignet und ich kann die Destinationen der Gruppe auf noch persönlichere Weise zeigen. Viel von meinem Wissen und viele meiner Geheimtipps stehen in keinem Reiseführer.
VP: Das kann ich gut nachvollziehen. Irland ist für mich auch eine solche Destination, mit der ich sehr verbunden bin, und bleibt natürlich gesetzt. Neues zu entdecken, reizt mich aber ebenfalls.
RW: Dafür sind Rekognoszierungsreisen eine perfekte Gelegenheit. IMBACH braucht immer wieder Wanderleiterinnen und -leiter, die nach neuen Wanderrouten, Hotels und Restaurants Ausschau halten. Diese Arbeit finde ich auch spannend. Und sie ist ganz wichtig, damit IMBACH weiterhin für einzigartige Routen steht, die in keinem Guide auftauchen.
Das Panorama (Waid)
VP: Das kann ich von Irland her nur bestätigen. Die IMBACH-Routen sind echt besonders.
RW: Die Wanderwege sind der Kern des IMBACH-Erlebnisses. Wichtig sind aber auch Kultur, Genuss und Gemütlichkeit, Apéros auf der Terrasse, gemeinsame Essen – und die Picknicks, die wir unterwegs teilen.
VP: Mir ist auch aufgefallen, wie aufmerksam und hilfsbereit die Teilnehmenden untereinander sind. Das «Wir» im IMBACH-Motto «Wir sind Wandern.» wird wirklich gelebt.
RW: Das Wir-Gefühl existiert auch unter uns Wanderleiterinnen und Wanderleitern. Wir sind zwar auf den Reisen selbstständig unterwegs, treffen uns aber regelmässig zum Austausch. Ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal auch dabei bist!