Mit der Excellence Countess rund ums IJsselmeer

Wie erlebt sich eine Wander Flussreise aus nächster Nähe? Eine Woche lang durfte ich die Reise rund ums IJsselmeer begleiten. Zwischen Natur, Kultur und dem Komfort an Bord der Excellence Countess entstanden viele unvergessliche Eindrücke.

verfasst von Sandra Zimmermann, Product Managerin bei IMBACH Reisen

07. August 2026

TAG 1 - Freitag, 24. Juli 2026

Ich glaube, es war eine Mischung aus Vorfreude, Aufregung und Neugier, die mich bereits kurz vor dem 04:15 Uhr Wecker aus dem Schlaf geholt hat: Das erste Mal auf einer Wander-Flussreise mit dabei! 

Unser charmanter und erfahrener Chauffeur Morti fährt uns sicher und bequem aus der Schweiz via Frankreich und Deutschland nach Arnehm in Holland zur Excellence Countess. Nebst dem Wander-Bus sind auch 3 Velo-Busse inklusive vollgepackten Anhängern mit dem gleichen Ziel unterwegs – eine Premiere: ein Schiff voll gebucht nur mit Aktivreisenden.

Unsere herzliche Reiseleiterin Karin wartet bereits vor dem Schiff auf uns und heisst uns zusammen mit der aufgestellten Crew strahlend willkommen. Kabinenbezug und dann geht es auch schon zum königlichen Abendessen. Vom Tisch aus bestaunen wir die vorbeiziehende Landschaft und geniessen das erste Mal die Köstlichkeiten der ausgezeichneten Bordküche.

TAG 2 - Samstag, 25. Juli 2026

Es schläft sich gut auf diesen bequemen Betten – beinahe etwas zu gut, denn den schönen Sonnenaufgang, von dem beim Frühstück viele schwärmen, habe ich verschlafen.

Das grosszügige Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen und die Aufmerksamkeit des Personals ist grandios. Dies zeigt sich auch, als wir an der Sandwich-Bar in der Lounge unser Sandwich für das Lunchpaket nach unseren Wünschen zusammenstellen lassen dürfen.

Morti steht beim Bus bereit - auf geht die Fahrt nach Westenschouwen mit dem grössten Waldgebiet Zeelands. Der erste Teil der Rundwanderung führt durch die schattigen Baumlandschaften hindurch, danach öffnet sich die Landschaft in weite Dünen und einen endlos scheinenden Sandstrand. Der Wind ist angenehm und willkommen, denn die Sonne strahlt heute in ihrer vollen Pracht vom Himmel. Wer möchte, kann die Schuhe ausziehen und barfuss im Sand oder in der milden Nordsee gehen. An einer Düne essen wir unser Picknick und geniessen die Aussicht.

Über die Deltawerke geht die Fahrt zum historischen Hafenstädtchen Veere. Hier haben wir die Möglichkeit, uns Karin zu einem kleinen Rundgang anzuschliessen oder individuell durch die Ortschaft zu schlendern. Was macht ein solcher sonniger Sommertag perfekt? Natürlich eine Glace und das gönne ich mir heute.

Die Rückfahrt zum Schiff führt über die 5 Kilometer lange Zeeland-Brücke.

In der Excellence Lounge sind wir zum Willkommens Apéro eingeladen und lassen den ersten Wandertag bei einem wunderbaren Abendessen ausklingen.

Übrigens: Als Ausgleich zum verpassten Sonnenaufgang konnte ich dafür den goldigen Sonnenuntergang bildlich festhalten– auch nicht schlecht.

TAG 3 - Sonntag, 26. Juli 2026

Letzte Nacht sind wir in Rotterdam angekommen. Karin führt uns durch die noch, so scheint es, schlafende Stadt. Hie und da sieht man noch Überbleibsel von dem gestrigen farbenfrohen Karibik-Umzug. Die Kubus-Häuser lassen uns staunen. Wind kommt auf und die Wolken werden immer dunkler. Kurz nachdem wir auf dem Spido-Boot eingecheckt haben, fallen auch schon die ersten Tropfen und wir verziehen uns ins Innere. Fasziniert und beeindruckt beobachten wir die riesigen Containerschiffe während der eineinviertel-stündigen Hafenrundfahrt.

Morti fährt uns zur Burg Loevestein, die wir auf eigene Faust erkunden können. Kaum hatten wir den letzten Bissen unseres Picknicks gegessen, fallen wieder die ersten Tropfen und wir verteilen uns im Burginneren, wo unter anderem Hugo de Groot, bekannt für die Niederschreibung des Kriegsrechts, gefangen gehalten wurde und später in einer Kiste unbemerkt entkommen konnte.

Mit aufgespannten Schirmen wandern wir durch das Naturschutzgebiet in das herzige Dörfchen Woudrichem. Wegen des anhaltenden Regens wird die Wanderung durch einen Pub-Besuch unterbrochen. Zurück geht es auf dem gleichen Weg –wieder mit einer kurzen Fährfahrt und vorbei an blumigen Landschaften, auf der Kühe und Pferde grasen.

TAG 4 - Montag, 27. Juli 2026

Hallo Amsterdam! Nicht weit entfernt vom Bahnhof hat die Excellence Countess angelegt. Am Morgen zeigt sich über der Stadt noch ein Regenbogen!

Aufgeteilt in zwei Gruppen führen uns zwei deutschsprechende Führerinnen durch die grosse, bunte, geschichtsträchtige, interessante und veloverrückte Stadt. Deborah weiss viel zu erzählen und hält mit uns an spannenden Orten in der Stadt. Unterwegs gibt es einen Kaffee-Stopp und alle dürfen sich eine Praline aussuchen – im Geschäft, das angeblich die stadtbesten Pralinen herstellt. Die Entscheidung bei dieser grossen Auswahl ist definitiv nicht einfach!

Übrigens: die Velofahrer:innen geniessen in Holland immer Vortritt. Das heisst: beim Überqueren immer aufmerksam nach links und rechts schauen und darauf achten, dass man den Veloweg nicht aus Versehen mit dem Fussgängerweg verwechselt.

Zurück auf dem Schiff gibt es ein feines Mittagessen. Während der anschliessenden Schifffahrt zum nächsten Liegeplatz geniesst die Wandergruppe das Bordleben und die Aussicht auf das wellige Markermeer.

Auf einem Spaziergang entdecken wir Hoorn, das ein bisschen wie aus einem Bilderbuch wirkt: Farbige Häuser, bunte Blumen, maritimes Flair, kleine Geschäfte, einladende Cafés, angedockte Segelboote – ein klarer Kontrast zur Grossstadt am Morgen.

TAG 5 - Dienstag, 28. Juli 2026

Wegen Niedrigwasser konnte die Excellence Countess nicht in Den Helder anlegen. Stattdessen schiffen wir in Medemblik aus. Von hier aus dauert die Busfahrt zur Texel-Fähre knapp eine Stunde länger. Da die Fähre nicht reserviert werden kann und wir zusammen mit den Veloreisenden mit insgesamt 4 Bussen zur Insel unterwegs sind, wollen wir pünktlich da sein. Alles klappt tipptopp und mit einem kleinen Möwen-Spektakel sind wir nach nur 20 Minuten bereits auf der Insel.

Wir fahren ins Naturschutzgebiet De Slufter, wo unser lokaler Guide Marcel uns bereits erwartet. Marcel ist ein wandelndes Naturlexikon und scheint alles über die hiesigen Gegebenheiten zu wissen und erzählt dies mit einer packenden Leidenschaft. All die kleinen Details, an denen man vielleicht ungeachtet vorbeiläuft, nehmen wir nun intensiv wahr. Der blühende Meerlavendel, der einen violetten Teppich über die Dünenlandschaft bildet, fasziniert genauso sehr, wie die Tatsache, dass sich die Natur hier mit den zum Teil einfachen Möglichkeiten bestens arrangiert hat.

Das Wetter ist uns heute wieder hold und die Sonne strahlt vom Himmel, während der Wind erneut sehr willkommen ist. Beim Sandstrand vor dem Leuchtturm setzen wir uns in den warmen Sand und geniessen die Meersicht während dem Mittagspicknick.

Bevor wir wieder zur Fähre fahren, können wir den Inselhauptort Den Burg noch individuell besichtigen. Und was darf heute nicht fehlen? Genau: eine Glace. Ich habe mich für Wassermelone und Yuzu entschieden.

Unterdessen konnte die Excellence Countess nach Den Helder fahren und so sind wir nach der Fährfahrt schnell zurück auf dem Schiff, wo das Schiff kurz darauf in Richtung Harlingen ablegt. Während dem erneut sehr feinen Abendessen zieht die weite Aussicht aufs Wasser an uns vorbei und der Himmel färbt sich langsam in ein zartes Rosa.

TAG 6 - Mittwoch, 29. Juli 2026

Heute ist die Excellence Countess den ganzen Tag in Harlingen angelegt. Am Vormittag kann die Wandergruppe das nautische Hafenstädtchen individuell besuchen. Für eine Glace ist es jetzt allerding noch etwas zu früh und beim Mittagessen auf dem Schiff lasse ich das Dessert absichtlich weg, denn ich weiss, was es später noch gibt…

Wir fahren durch das flache Friesland zum Landgut Oranjewoud. Heute wird es 32 Grad heiss und da sind die schattenspendenden Bäume im Landschaftspark perfekt. Unsere aufgestellte lokale Führerin Monique führt uns durch die wunderschöne Anlage mit den vielen grünen und blumigen Ecken und erzählt uns dabei einiges über die Geschichte dieses besonderen Ortes.

Und dann kommt der Moment, weswegen ich am Mittag auf das Dessert verzichtet habe: Im Garten des Grand Café gibt es typisch holländischen Apfelkuchen zum Geniessen. Lecker!

Am Abend erzählt uns Kreuzfahrtleiter Jan noch einiges über Holland bzw. die Niederlande. Danach lassen wir uns von der Bordküche einmal mehr verwöhnen und bestaunen die ruhig vorbeiziehende Landschaft draussen. Der Himmel färbt sich langsam orange und so geniessen wir auf dem Sonnendeck einen goldenen Sonnenuntergang über beinahe spiegelglattem Wasser und später zeigt sich sogar noch der Vollmond.

TAG 7 - Donnerstag, 30. Juli 2026

Von Lelystad aus führt die Busfahrt zum UNESCO-Weltkulturerbe Schokland, eine ehemals besiedelte Insel, die jedoch so oft von Überschwemmungen heimgesucht wurde, dass sie 1859 im Auftrag des Königs geräumt wurde. Jan, unser lokaler Führer, führt uns über das Gebiet und weiss vieles aus der früheren Zeit dieses Gebietes zu berichten.

Auch heute herrschen wieder hochsommerliche Temperaturen und da ist der Museumsbesuch auf dem Gelände sehr passend. Eindrücklich, berührend und nachdenklich stimmt einen die Dokumentation dieser ehemaligen Insel.

Zwolle ist eine charmante niederländische Ortschaft und da sie auf der Busroute zum Schiff in Utrecht liegt, haben wir Zeit, individuell durch die blumig dekorierten Gassen und der Gracht entlang zu schlendern. Was besonders auffällt: Die beiden Kirchen sind zu Bücherläden mit integrierten Cafés umfunktioniert. Toll und innovativ!

Noch ein letztes Mal kommen wir in den Genuss der exzellenten Bordküche – heute in Form eines Gala-Dinners. Die gesamte Crew wird vorgestellt und wertgeschätzt und wir sind alle tief beeindruckt, von der riesengrossen Leistung, die diese Menschen hier tagtäglich auf engem Raum leisten.

Währenddessen gleitet die Excellence Countess ruhig in Richtung Nijmegen zum Ausschiffungsort und es macht sich ein Gefühl des Abschiedsnehmens breit.

TAG 8 - Freitag, 31. Juli 2026

«Tot ziens» Excellence Countess und Holland – es war wunderschön, herzlichen Dank.

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