Sächsische Schweiz

Eine Landschaft nicht von dieser Welt!

Die Sächsische Schweiz unweit von Dresden bezirzt mit bizarren
Felsformationen. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert ein Sehnsuchtsort
der Romantiker, hat sich das Gebiet bis heute seinen Reiz bewahrt.

Text von Juliane Lutz, erschienen im Touring Magazin (März 21)

 

04. März 2021

Er wanderte erstmals im Sommer 1799 durch die Region mit den Sandsteinfelsen, verliebte sich in sie und malte sie oft. Mit Gemälden wie der «Der Wanderer über dem Nebelmeer» trug Caspar David Friedrich zur Bekanntheit der Sächsischen Schweiz bei und machte sie zum Sehnsuchtsort für viele. Ihren Namen haben die im 18. Jahrhundert an der Dresdner Kunstakademie tätigen Maler Adrian Zingg und Anton Graff geprägt. Der eine kam aus St.­Gallen, der andere aus Winterthur. Hingerissen waren sie von der Schönheit des nahen Elbsandsteingebirges, das sie an ihre Heimat erinnerte.

Türme und Wälder 

Spitze Felsentürme, düstere Schluchten, massive Tafelberge, nebelverhangene Wälder und das liebliche Elbtal: Heute locken Millionen Fotos begeisterter Besucher auf Instagram weitere Touristen in diese Landschaft im Südosten Sachsens an der tschechischen Grenze, die nicht von dieser Welt scheint. Wer schliesslich auf der berühmten Basteibrücke steht und den Blick ins Elbtal schweifen lässt, wird demütig angesichts all dieser Naturwunder. Nicht weniger ergriffen macht die Aussicht vom Kuhstall aus. In diesem grossen Felsentor sollen Bauern während des Dreissigjährigen Krieges ihr Vieh versteckt haben. Doch nicht nur da, wo alle hinwollen, fasziniert die 710 Quadratkilometer grosse Region, von der 93,5 Quadratkilometer als Nationalpark ausgewiesen sind. Wer im oberen Bielatal die eindrucksvoll verwitterten Herkulessäulen sieht, auf dem historischen Flössersteg entlang der Kirnitzsch wandert oder die Felsformationen von der Elbe aus bestaunt, wird sich verlieben, so wie damals Friedrich. 

1200 Kilometer Wanderwege

Am besten verlieren Besucher keine Zeit, sondern marschieren gleich los, denn 1200 Kilometer Wanderwege könnten bezwungen werden. Die beste
Jahreszeit für die Sächsische Schweiz ist immer. Doch zwischen Winter und Frühling hat man die hinreissende Landschaft etwas mehr für sich als sonst. Kletterer kommen im Sommer wieder, denn diese Sportart wird hier seit 150 Jahren betrieben. Am freistehenden 381 Meter hohen Falkenstein fing alles an, und Freeclimbing soll hier erfunden worden sein. 

Auch die charmanten Orte verdienen Beachtung. Pirna mit dem mittelalterlichen Stadtkern gilt als Tor zur Sächsischen Schweiz. Vom Kurort Bad Schandau fährt mit der Kirnitzschtalbahn seit 1898 das einzige Tram Deutschlands durch ein Naturschutzgebiet, und der Ortsteil Schmilka gilt als «schönstes Dorf» Sachsens. Dresden ist von Bad Schandau nur 45 Zugminuten entfernt – somit lassen sich Aktiv- und Kulturferien ideal verbinden.

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